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Stadtarchiv Brunsbüttel
Jahnstr. 3
25541 Brunsbüttel
Tel. 04852-883122

Wegbeschreibung



 

Öffnungszeiten
Nach Vereinbarung
Montag-Freitag
8.00 - 13.00 Uhr

 

Der Kanal

Zur Zeit liegen keine Dokumente vor.Der NOK (ehemals Kaiser Wilhelm Kanal) stellt eine Seeverbindung zwischen Brunsbüttel an der Elbmündung und der Kieler Förde her.
Diese direkte Schifffahrtsstraße zwischen Nord- und Ostsee erspart vielen Schiffen den zeitaufwendigen Weg um Skagen. Das bedeutet eine Wegverkürzung um 250 sm.

Auf seinem Wege quer durch Schleswig-Holstein durchquert der Kanal von Westen her zunächst das Marschland der Westküste, durchschneidet den bis zu 25 m hohen Geestrücken und verläuft in nordöstlicher Richtung quer durch das von der Eiszeit geprägte holsteinische Hügelland.
Der Nord-Ostsee-Kanal trägt im Handelsverkehr der Ostsee-Anrainerstaaten mit der übrigen Welt dazu bei, nicht nur Zeit und Geld, sondern auch Rohstoffe zu sparen und Umweltbelastungen durch den zunehmenden Welthandelsverkehr zu reduzieren.

Seinen Ursprung hat der Kanalbau in den militärischen Überlegungen des späten Preußenstaates. Im Zuge der militärischen Aufrüstung unter Kaiser Wilhelm I. erwies sich eine Wasserstraße zwischen Nord- und Ostsee als unabdingbare Voraussetzung für die geheime und unbehinderte Verschiebung von Flottenteilen zwischen den beiden Seegebieten Nord- und Ostsee. Aus diesem Grunde wurde in einer kaiserlichen Verordnung 1886 der Bau des Kanals entschieden.

In einem kühnen Linienzug legte die Planung eine Wasserstraße quer durch Schleswig-Holstein fest. In einer Länge von 95 km sollte der Kanal allen Schiffen der kaiserlichen Marine die schnellstmögliche Passage zwischen Kiel-Holtenau und Brunsbüttel ermöglichen.

Die Auswirkung auf die Menschen in den betroffenen Gebieten und deren Verkehrswege spielte bei den Überlegungen der damaligen Zeit eine untergeordnete Rolle. Immerhin gab es Entschädigungszahlungen für enteignetes Land. Dafür aber wurde tätige Mitarbeit und Zurverfügungstellung von Material und Fuhrkapazitäten aller Kommunen im Kanalbereich angefordert.

So begann der Kanalbau im Jahre 1887. In einer bis dahin nicht gekannten Bravourleistung an Organisation, Technik und menschlichem Einsatz konnte der Bau bereits 1895 vollendet werden. Als erstes Schiff durchfuhr die "Hohenzollern" mit S. Kaiserl. Majestät Wilhelm II. die neue Wasserstraße.

Da man auf Seiten der Wirtschaft gleich den beachtlichen wirtschaftlichen Nutzen des Kanals erkannte, überwog sehr bald die zivile Nutzung der Wasserstraße der militärischen Verwendung. Bereits nach wenigen Jahren erforderte der zunehmende Verkehr eine erste Erweiterung des Kanals (1907-1914). Der Querschnitt des Kanals wurde verdoppelt! Die Sohlenbreite betrug nun 44 m. Mit dem Kanalbett wurden auch die Schleusenkammern an der Einmündung des Kanals in die Elbe bzw. in die Kieler Förde erweitert. Die "Neuen Schleusen" hatten mit einer Länge von 330 m, einer Breite von 45 m und einer Tiefe von 11 m Weltrekordmaße.

Zur Zeit liegen keine Dokumente vor.Der zunehmende Welthandel nach dem Krieg hatte eine weitere Zunahme des Seeverkehrs zur Folge. Die Anzahl und Größe der Schiffe bedeutete für den Kanal eine bedenkliche Erosion der Unterwasser-Böschungen. Daher mußten erhebliche Ausbesserungsmaßnahmen zur Sicherung und Erhaltung der Fahrtiefe durchgeführt werden. Außerdem konnten Schiffsbegegnungen bei großen Schiffen nur an den dafür vorgesehenen Ausweichstellen stattfinden. Teure Wartezeiten waren die Folge. Um wettbewerbsfähig zu bleiben und die Zukunft des Kanals zu sichern, wurde eine erneute Verbreiterung des Kanals auf eine Sohlenbreite von 90 m beschlossen und bis 1966 durchgeführt.

Nunmehr bietet der Nord-Ostsee-Kanal allen Schiffen Tag und Nacht eine gesicherte und zügige Durchfahrt und entspricht damit einem Verkehrsweg, der den künftigen Anforderungen einer immer mehr im Handel verflochtenen Weltwirtschaft gerecht wird.
Auch die Sicherung des Verkehrs wurde den neuen Erfordernissen angepaßt und umfaßt eine in moderner Technik ausgeführte Verkehrslenkung.
Die Einweihung des Kanals jährte sich zum 100. Male im Jahre 1995 und wurde in einer großen Festveranstaltung der Städte Brunsbüttel und Kiel gewürdigt.
Für die Regionen Brunsbüttel und Kiel stellt der Nord-Ostsee-Kanal einen entscheidenden Wirtschaftsfaktor dar. Als Bundeswasserstraße obliegt dem Bund die Aufgabe der Pflege und des Betriebes dieser Wasserstraße (Wasser- und Schifffahrtdirektion Nord). Dazu zählen Instandhaltung des Kanalbettes, die sichere Verkehrsführung, der Betrieb der Schleusen und der Betrieb der Fährverbindungen über den Kanal.
Bei der Schiffsführung bedient sich die Bundesbehörde der Dienste der Lotsenbrüderschaft. Die Lotsen sind verantwortlich für das sichere Führen der Schiffe nach den Vorgaben der Verkehrslenkung. So übernimmt etwa der Hafen-Lotse in Brunsbüttel ein Schiff, um es aus der Elbe in die Schleuse zu dirigieren. Von dort wird der Schiffsführer von erfahrenen Kanal-Lotsen auf dem Weg nach Kiel Holtenau beraten. Auf größeren Schiffen kann der Lotse durch einen zusätzlichen Kanal-Steuerer unterstützt werden.
Neben diesen Dienstleistern gibt es noch eine Reihe weiterer Zulieferbetriebe, die direkt oder indirekt vom Kanalbetrieb profitieren.
Nicht zuletzt ist die Schleuse und der Schiffsbetrieb eine touristische Attraktion von besonderem Reiz. Wo kommt man schon hautnah an die großen Seeschiffe wie an der Aussichtsplattform der Brunsbütteler Schleuse? Hier kann man das Ein- und Auslaufen der Schiffe und das Festmachen beobachten. Auch die Sportbootsfahrt nutzt den Kanal als eine überaus günstige Transferverbindung zwischen den Segelrevieren Elbe und Ostsee. Ein kleiner bewirtschafteter Yachthafen bietet in Brunsbüttel den vorbeiziehenden Sportbootsfreunden Quartier und die Gelegenheit zu einer interessanten Stadtvisite.

Das nahe gelegene Schleusenmuseum, in dem die Geschichte des Kanals und der Schleusen reichhaltig illustriert werden, lädt alle Interessierten zu einem Besuch ein.